Landwirtschaft gemeinsam gestalten

Informationen für Verbraucher

Verbraucher – Gesellschaft

  • Verbraucher erwecken bei den Landwirten den Eindruck, dass sie LINKS DENKEN und RECHTS HANDELN. Viele haben eine vorgefestigte Meinung, die sich in ihrem Einkaufsverhalten aber oft nicht widerspiegelt.
  • Die Gesellschaft entfremdet sich immer mehr von der Landwirtschaft. Der direkte und indirekte Bezug zur realen Landwirtschaft nimmt ab, weil die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe täglich abnimmt und immer weniger Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt sind (Kontaktmöglichkeiten / Berührungspunkte).
  • Es gibt eine abnehmende Akzeptanz der landwirtschaftlichen Praxis und der landwirtschaftlichen Strukturen seitens der Gesellschaft.
  • Verbraucher haben ein eigenes (oft von Dritten beeinflusstes) Bild von „DER“ Landwirtschaft. Es ist mitunter geprägt von einer irrealen Idylle (Werbung) und Nostalgie. Vorstellungen zum Tierschutz, Umweltschutz und „Nachhaltigkeit“,  sowie polarisierende Ideologien (bäuerliche Familienbetriebe – Großbetriebe / bio – konventionell) fließen in ihr Bild ein.
  • Verbraucher haben eigene Vorstellungen, wie Landwirtschaft zu betreiben ist.
  • Einfluss auf die Meinungsbildung haben eigene Erfahrungen jedes einzelnen Verbrauchers mit der Landwirtschaft und der direkte Kontakt zu Landwirten.
  • Die Meinungsbildungsfunktion von Medien aller Art ist enorm. Sie dürfen und sollen über Landwirtschaft berichten. Sie decken Skandale auf und weisen auf Missstände hin. Selten aber gibt es eine objektive und ideologiefreie Berichterstattung mit gut durchgeführten Recherchen.
  • Die Verbraucher haben sich an ständig volle Regale mit Lebensmitteln in höchster Qualität mit einer wünschenswerten Angebotsvielfalt zu erschwinglichen Preisen gewöhnt.
  • Verbrauchern ist nicht bewusst, dass sie von den Auswirkungen der Überschussproduktion (Weltmarktpreise) finanziell profitieren.
  • Ein Teil der Verbraucher ist bereit, mehr Geld für Nahrungsmittel auszugeben. Ein Teil der Konsumenten berücksichtigt seine eigene Vorstellung von Landwirtschaft bei der Auswahl von Nahrungsmitteln (bio, regional, Haltungsstufen, Labels) beim Einkauf.
  • In über 70 % seiner Einkaufsentscheidungen bei Lebensmitteln entscheidet sich der Verbraucher für das billigere Vergleichsprodukt (z.B. Handelsmarken vs. Markenartikel). Sein Einkaufsverhalten ist nachvollziehbar.
  • Verbraucher werden mit einer ständig steigenden Vielfalt von Produktlabels und Produktkennzeichnungen konfrontiert.
  • Konsumgewohnheiten haben sich geändert (vegetarisch, vegan).
  • Der Gesellschaft fehlt das Bewusstsein, dass Landwirte hohe Werte
  • Für Verbraucher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Landwirtschaft betrieben wird. Die Kulturlandschaft wird gepflegt und erhalten, Nahrungsmittel in enormer Variabilität, höchster Qualität und mehr als ausreichender Menge stehen uns allen tagtäglich zur Verfügung. Aus Erfahrung wissen wir, dass alles, was selbstverständlich ist, nichts oder wenig wert ist.
  • Wenn die Gesellschaft möchte, dass in Zukunft in Deutschland / Europa z.B. Schweine gehalten werden sollen und wenn sie Schweinefleischprodukte konsumieren will, die nach bestimmten Vorstellungen, Wünschen und Vorgaben produziert werden sollen, muss die Politik die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die Konsumenten müssen aber dann auch dazu stehen und bereit sein, diese Produkte dann auch (zu höheren Preisen als derzeit) zu kaufen.
  • Wenn die Wenn die Gesellschaft möchte, dass in Zukunft in Deutschland / Europa besondere Kulturlandschaften (z.B. Almgebiete) oder Kulturlandschaften an anderen Grenzstandorten (Mittelgebirgslagen, Standorte mit unterdurchschnittlichen Ertragsmöglichkeiten oder ungünstigen Bewirtschaftungsmöglichkeiten) erhalten werden sollen, so muss die Politik die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die Gesellschaft muss sich aber dann auch bewusst sein, dass der Erhalt dieser Kulturlandschaften nicht ohne besondere Zuwendungen an Landwirte möglich ist.
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