Landwirtschaft gemeinsam gestalten

Informationen für Landwirte

Bauern – Landwirte – Agrarunternehmer – Agrarmanager

  • Landwirte erwecken den Eindruck, dass sie z.B. im Rahmen von Demonstrationen oder Äußerungen der landwirtschaftlichen Berufsvertretung IMMER DAGEGEN (Z.B. „gegen übertriebenen Insektenschutz“, gegen „Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, gegen „Gewässerschutz“, gegen Kürzung von Subventionen etc.).
  • Landwirte erwecken den Eindruck, dass sie immer NUR FORDERN (Z.B. Dürrebeihilfe, EU-Ausgleichszahlungen / Bauförderung / steuerliche Entlastungen).
  • Landwirte verspüren eine abnehmende Akzeptanz ihrer landwirtschaftlichen Praxis und der landwirtschaftlichen Strukturen seitens der Gesellschaft.
  • Landwirte haben ein schlechtes Image, da sie z.B. mit der Nitratbelastung des Grundwassers, Treibhausgas-Emissionen, Geruchs- und Lärmbelästigung, Verringerung der Artenvielfalt, Insektensterben, Monokulturen, Massentierhaltung, Rückstandsproblematiken und Gentechnik in Verbindung gebracht werden.
  • Vielen Landwirten fehlt mittlerweile das Selbstbewusstsein bezüglich der Werte, die sie schaffen (z.B. Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft / Erzeugung hochwertiger Lebensmittel).
  • Der Begriff „Bauer“ wird abwertend gebraucht und selbst gestandene Landwirte scheuen sich, sich selbst als „Bauer“ zu bezeichnen.
  • Landwirte wollen sich als Unternehmer sehen – manche als „Agrarmanager“. Unternehmertum zeichnet sich eigentlich durch freie, individuelle Entscheidungen und freies Handeln aus. In der Realität passen sich Landwirte seit Jahrzehnten (erfolgreich?) den sich veränderten Gegebenheiten zwangsweise an und reagieren nur darauf.
  • Man kann Landwirte als die „Aufstocker der Nation“ bezeichnen. In ihrer Zeit als „Unternehmer“ sind sie auf Subventionen angewiesen und nach ihrer aktiven Berufstätigkeit erhalten sie Geringstrenten, die wiederum für eine tatsächliche Eigenständigkeit und Unabhängigkeit nicht reichen.
  • Es gibt immer mehr Betriebe – unabhängig von ihrer Größe und Ausstattung – die keinen BetriebsnachfolgerIN haben oder BetriebsleiterIN bekommen (unsichere landwirtschaftliche Einkommen versus höhere außerlandwirtschaftliche Einkommen/ eingeschränktes Privatleben / Lebensplanung / fehlende Planungssicherheit / zunehmende psychische Arbeitsbelastung / Image / Risikoabwägung / Haftung).
  • Die Anzahl von Auszubildenden in der Landwirtschaft nimmt ab. Manche Berufsberater sprechen sich in Schulen gegen das Erlernen von Grünen Berufen aus. Die Attraktivität einer Tätigkeit in der Landwirtschaft sinkt ständig (vergleichbare Entlohnung, ständig steigende Anforderungen, Freizeit, Image, Geruch).
  • Viele Landwirte sind mit dem Agrarförderungssystem völlig unzufrieden und stellen es in Frage. Sie wollen für ihre Arbeit, Leistung und Produkte entlohnt werden und davon leben können. Sie fühlen sich persönlich und für die Entwicklung ihrer Betriebe in ihrer Freiheit eingeschränkt.
  • Junge Landwirte sind in dem bestehenden System der Agrarförderung groß geworden und können sich somit nichts mehr anderes vorstellen bzw. leben darin.
  • Landwirte werden mit einer zunehmenden Anzahl von Gesetzen und Verordnungen konfrontiert, die ihren Tagesablauf beeinflussen und auch eine individuelle Entwicklung ihrer Betriebe steuern.
  • Nachhaltigkeit“ und Landwirtschaft gehören untrennbar zusammen. Es ist eine Widersinnigkeit, dass man von der Landwirtschaft nachhaltiges Wirtschaften fordert. Bei manchen Landwirten ist es aber berechtigt und notwendig, sie an das „Denken in Generationen“ zu erinnern.
  • Landwirte sind auch Konsumenten. Sie sind ein Teil der Gesellschaft und leisten oft mit viel Engagement einen Beitrag zum Gesellschaftsleben.
  • Es gibt viele gute Bauern. Es gibt aber auch Landwirte, die (bewusst oder unbeabsichtigt) nicht alles richtig oder gut machen. Grundsätzlich treten aber im Zuge einer Verallgemeinerung alle Landwirte in Kollektivhaft.

 

 Landwirte müssen sinnvoll AGIEREN und nicht immer nur  REAGIEREN.

Landwirte müssen sich eindeutig dazu bekennen, was sie für

Recht und Richtig

halten und was sie

WOLLEN.

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